Heidi Stopper BLOG STOPPER coaching & beratung · Donnerstag, 10 November 2016 · www.stopper-coaching.de

Ich bin derzeit viel als Redner, Podiumsteilnehmer und Berater zum Thema "Digital Leadership" gefragt.

Das ist ein gehyptes aber auch komplexes Thema, da die Anforderungen an Führung größer werden. Fehler wirken schneller 'tödlich'.

Dabei ist aber auch klar, dass es gerade die einfachen Fragestellungen sind, die uns hier weiterbringen.

In einer immer schelllebigeren und komplexeren Zeit ist es wichtiger denn je, Unwichtiges von Wichtigem zu trennen und nicht nur im 'dringend'-Modus im Hamsterrad zu rennen.

Das ist einfach graphisch darstellbar: in ein Quadrat mit vier Feldern stehen die Felder für

1. Wichtig und dringend

2. Wichtig und nicht dringend

3. Nicht wichtig und dringend

4. nicht wichtig und nicht dringend

Jetzt tragen Sie mal ein mit wieviel Prozent Sie in jedem dieser Felder Ihre tägliche Arbeitsleistung verbringen.

Wenn ich das meine Klienten erstellen lassen, ergibt sich meist die Aussage, dass am meisten Zeit im 'dringend' Bereich verbracht wird. Was zunächst schlüssig klingt ist aber ein immenses Problem: wer hauptsächlich im dringend Bereich arbeitet ist Feuerlöscher. Weichen für die Zukunft können keine mehr vernünftig gestellt werden. Ein Teufelskreislauf!

Interessant ist auch anzuschauen, welche unwichtigen Tätigkeiten wir machen. Die Frage, was wir nicht mehr tun sollten, ist immer eine sehr schwierige aber extrem wichtig.

Ich bin gespannt auf Ihre Rückschlüsse. Gutes Gelingen!

Heidi Stopper BLOG STOPPER coaching & beratung · Dienstag, 25 Oktober 2016 · www.stopper-coaching.de

Auf den social media Kanälen sprang mir letzte Woche ein post ins Auge, der mir aus der Seele spricht:"Stop the glorification of busy". Wir müssen in der Tat dringend aufhören unsere Wichtigkeit mit unendlich vielen Arbeitsstunden beweisen zu wollen. In jeder Wirtschaftszeitung findet man Artikel über das vermeintliche Leben von Topmanagern, die täglich um 4.30 Uhr aufstehen, eine Stunde Joggen, dann um den Globus fliegen, große Entscheidungen mit Weitblick treffen, beim Dinner mit Politikern und anderen Mächtigen das Weltgeschehen diskutieren und 80 Wochenstunden arbeiten. Ganz zu vergessen von einem exzellenten Handicap beim Golf  und ihrer Familie und der Kleinigkeit von 3 Aufsichtsratsmandaten. Großartige Inszenierung!

So wundert es mich nicht, wenn ich auf den Flügen zu meinen Kunden und dort in den Korridoren ständig Unterhaltungen mitbekomme, in denen Menschen voll Stolz berichten, wie viele Stunden sie arbeiten. Wir hängen in der Facetimekultur fest.

In  einem der Unternehmen, in dem ich war, hat der Personalchef um 17 Uhr angefangen, die Führungskräfte anzurufen. Wer nicht mehr da war, hat eine Mail bekommen mit der Frage, ob ein halber Gleittag genommen wurde. Leider kein Witz.

Wann hören wir endlich mit diesem Blödsinn auf? Wir dürfen gerne viel und mit Herzblut arbeiten. Aber gerade in unserer komplexen und schnelllebigen Welt ist es dringend erforderlich regelmäßig aus dem Hamsterrad herauszutreten, mit Abstand auf die eigenen Aufgaben und Fragestellungen zu sehen.  Das macht erfolgreicher und gesünder.

 

 

 

Heidi Stopper BLOG STOPPER coaching & beratung · Mittwoch, 19 Oktober 2016 · www.stopper-coaching.de

In sehr vielen Berufsleben passiert es einmal: der Arbeitgeber teilt mit, dass man nicht mehr im Unternehmen erwünscht ist. In vielen Fällen nicht mal durch ein Gespräch, sondern durch eine zugestellte Kündigung.

Nach der Statistik und auch meiner Erfahrung nach trifft es Führungskräfte überproportional oft und je höher die Karriereleiter erklommen wurde,desto öfter passiert es. Das Personenkarussell dreht sich und auch bei langgedienten Managern wird keine Ausnahme gemacht.

Ich habe in meiner Zeit als Personalleiterin viele ganz großartige Menschen die Unternehmen zwangsweise verlassen sehen und begleite seit Jahren als Coach regelmäßig Betroffene. Daher weiß ich:  ganz egal wen es trifft, eines ist gemeinsam: eine vom Arbeitgeber veranlasste Trennung hinterlässt einen tiefen Einschnitt, eine schwerwiegende Gefühlslage, die mit Ohnmacht, Versagens- und Zukunftsängsten und dem zermarternden Suchen nach den Ursachen einhergeht. Was hätte man anders und besser machen können? Selbst gestandene, erfolgsverwöhnte Persönlichkeiten verlieren Selbstbewusstsein und werden ganz klein. Fast kein Arbeitgeber schafft es, dass Mitarbeiter hocherhobenen Hauptes weiterziehen können, selbst wenn die Gründe der Trennung nicht in der Person lagen.

Das wäre aber dringend nötig, denn verstrickt in ein Selbstwertreduzierendes Gefühlschaos ist das Finden einer neuen Tätigkeit sehr schwer und auch die Flucht in die Selbstständigkeit keine (Er-) Lösung.

Schaut man aus Sicht der Unternehmen darauf, dann sind die meisten Trennungen nicht auf fehlendes Können sondern andere Gründe zurückzuführen. Wenn der Mitarbeiter oder der Manager raus ist, geht für das Unternehmen alles seinen gewohnten Gang.

Für den Betroffenen ist das nicht der Fall. Zuerst muss aufgearbeitet werden, was geschehen ist - aber ohne destruktives, sich im Kreis drehendes Zermartern- um hocherhobenen Hauptes und ohne Last nach vorne zu schauen und weiterzugehen.

Sollte es Sie einmal treffen, lassen Sie nicht zu, dass es Sie niederdrückt und es Sie aufreibt. Suchen Sie sich umgehend Hilfe, um schnell wieder ganz auf die Beine zu kommen. Mit einer guten Begleitung kann das unschöne Erlebnis zügig verarbeitet und in eine Chance verwandelt werden. Meine Klienten berichten mir oft ein Jahr spãter, wie gut es war, dass der Schritt kam, da sie sonst nicht wären, wo sie sind.

 

Heidi Stopper BLOG STOPPER coaching & beratung · Mittwoch, 06 Juli 2016 · www.stopper-coaching.de

Einige meiner Kunden haben mit großem Elan und großer Begeisterung einen neuen Job angefangen und fanden sich 6 Monate später mit einer Trennung konfrontiert. Dann kamen sie ins Coaching. Ein guter Schritt, der noch besser 5 Monate vorher erfolgt wäre...

Alle waren vorher Erfolgs-verwöhnt und der Schock des Miserfolges sitzt erst einmal tief und frisst am Selbstbewusstsein.

Schaut man sich die Profile an und die Jobs auf denen sie waren, dann wird schnell klar, dass mangelnde Fachkenntnisse nicht der Grund für das Straucheln waren. Firmen machen es sich dann einfach und meinen ein mangelnder Kulturfit wäre der Grund gewesen. Aus meiner Erfahrung weiß ich jedoch, dass ein gelungener Start positiv beeinflusst werden kann mit dem Ziel schnell in einer Organisation anzukommen.Eine weitere Gemeinsamkeit berichten alle: sie wussten, dass es irgendwie nicht gut läuft, konnten es aber nicht greifen, nicht klar benennen und damit auch nicht gegensteuern.  Mit etwas Abstand befragt, woran es zu erkennen gewesen wäre, dass es gar nicht gut läuft, werden folgende Anhaltspunkte benannt:.

  • Böse Überraschungen in Meetings trotz vermeintlich guter Vorbereitung - Kein offener Diskurs. In bilateralen vorbereitenden Meetings sagen die Kollegen kaum was und eher Positives zu gemachten Vorschlägen. Im entscheidenden Meeting wird der Vorschlag dann aber abgeschmettert.
  • Von Besprechungen und Meetings, in denen wichtige Entscheidungen getroffenen wurden - auch zum eigenen Aufgabengebiet - hört man erst hinterher
  • Kommt man in einen Raum, in dem schon Kollegen sind, verstummen plötzlich die Gespräche.
  • In Meetings will niemand neben einem sitzen
  • ...

Jedes einzelne ein Alarmsignal, dass das Onboarding nicht läuft und man noch nicht in der Organisation angekommen ist. Frühzeitig erkannt, kann hier gut gegengesteuert werden und viel Frust und Sorgen vermieden werden.

Schöner ist es natürlich, wenn es läuft, wie geschmiert. Aber wann tut es das schon? 

Heidi Stopper BLOG STOPPER coaching & beratung · Mittwoch, 04 Mai 2016 · www.stopper-coaching.de

In vielen Coachings wird sichtbar, wie stark wir uns in unserer inneren Freiheit bisweilen einschränken und wie schnell und zunächst unbemerkt das passieren kann..  Was schleichend und harmlos beginnt, endet aber oft ganz ungut.

Ich habe gerade 2 Beispiele meiner Klienten, die das sehr illustrieren:

Erst gestern hatte ich wieder einen längeren Termin mit einer Topführungskraft, die aus dem eigenen Werdegang berichtet hat. Von Natur aus eigentlich mit Selbstbewusstsein ausgestattet und auch mit einem kritischen Geist, erzählte die Person, wie sie  ganz schwach und krank wurde und sich fast nicht mehr wiedererkannte. 

Vorausgegangen war ein unbewusster Prozess: Nach der Übernahme einer neuen Aufgabe in einem Konzern auf der Ebene unter dem Vorstand war es seine Aufgabe einen Unternehmensbereich ganz neu aufzustellen - strategisch und operativ. Mit Elan, wenig Naivität und viel Erfahrung und Energie ging er ans Werk. Natürlich war ihm klar, dass da großer Gegenwind aus der eigenen Organisation kommt. Und wie der kam! Dazu kamen auch Schüsse und Querschläger von anderen Konzernteilen, die kein Interesse hatten, dass der neue Erfolg hat und die anderen unter Handlungsdruck bringt. Nichts Unerwartetes, aber in der Summe dann doch so gewaltig, dass die Topführungskraft anfing, sich an der ein und anderen Stelle anzupassen, zu verbiegen, um mehr Ruhe zu bekommen und nicht an allen Fronten kämpfen zu müssen.

Leider kam aber nicht Ruhe oder Erfolg sondern eine Herzkrankheit, die ihn zu einigen Wochen Auszeit zwang. 

In diesen Wochen hat sich der Topmanager nicht nur wieder erholt sondern auch erkannt, wie sehr er sich selbst verloren, seine innere Freiheit verloren hatte und sich über die Reaktion von Anderen identifiziert hat. Der Druck zur Anpassung war für ihn so stark geworden, dass er, obwohl er früher schon ähnliche Herausforderung erfolgreich gemeistert hat, sich zu viel anzupassen versuchte. Vieles davon lief unbewusst ab.

Kein Wunder, dass er heute in einer anderen Firma arbeitet auf einer Position, in der er sich treu bleiben kann.  Er hat dadurch gelernt, wie wichtig es ist, sich treu zu bleiben und dadurch innerlich frei zu sein, für sich die richtigen Entscheidungen zu treffen. 

 

Als weiteres Beispiel gibt es da den Vorstand, hochdotiert und außergewöhnlich erfolgreich, der eigentlich schon seit Jahren aufhören will, aber Angst vor der Bedeutungslosigkeit hat. Durch die vielen Jahre in sichtbaren Toppositionen ist schleichend passiert, dass er sich über die Aussenwirkung und seine Machtposition identifiziert hat.  Jetzt versucht er sich der Thematik zu stellen, um für sich die Weichen in die Zukunft gut stellen zu können. Keine einfache Aufgabe.

 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, innerlich frei zu bleben und wie schwer das ist. Ich bin sehr froh, dass ich in meiner Karriere freie Entscheidungen treffen konnte und habe aber auch erfahren, wie schnell die innere Freiheit verloren gehen kann.

Bewahre deine innere Freiheit ganz aktiv. Reflektiere regelmäßig, wo du stehst, wie frei du bist und stelle die Weichen proaktiv! Viel Erfolg dabei.

 

 

 

 

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