Heidi Stopper BLOG STOPPER coaching & beratung · 01. Februar 2015 · www.stopper-coaching.de

Bei der Vorbereitung auf die Moderation zur Buchpräsentation des neu erscheinenden Buches „Arbeitskultur 2020“* ist mir wieder bewusst geworden, wie sehr sich das Verständnis zur Arbeit in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Während mein Großvater noch zur Arbeit ging, um dort pflichtbewusst seine ihm gegebenen Aufgaben zu erfüllen und um seine Familie zu ernähren und sozial aufzusteigen sind die Erwartungen heute doch deutlich größer an unsere (Erwerbs-)Arbeit.

Mein Großvater, typisch für die Kriegs- und Nachkriegszeit, war von dem Wunsch getrieben seiner Familie besseren Wohlstand und Versorgung zu gewährleisten. Er ging morgens zu Fuß zum Bahnhof, fuhr dann mit Bahn und Bus zur Arbeit –was ihn für eine Strecke 70 Minuten kostete. Nach der Arbeit dasselbe zurück und dann in den Sommermonaten noch abends und am Wochenende Arbeit bei den Landwirten in der Region…  Sein Hobby war sein Gemüse- und Obstgarten. Die Familie war das ein und alles, Zeit für  Freunde oder gar Urlaubsreisen  gab es nicht.

Mein Vater, typisches Nachkriegskind,  ging beruflich in die Fußstapfen seines Vaters und machte eine Ausbildung. Er machte seine Arbeit gut, hatte aber keinen Spaß dabei. Also machte er sich selbstständig und fing etwas ganz anderes an. Ihm ging es um Erfüllung, Erfolg und auch um den unternehmerischen Auf- und Ausbau von Wohlstand.

Um was ging es mir? Um was geht es heute?

Die Motivation und die Wertvorstellungen zu Arbeit sind bestimmt sehr individuell. Eines haben wir aber gemeinsam: das Leben ist schneller und komplexer geworden, die Anforderungen an uns wurden andere aber nicht weniger – eher mehr.

Unsere Erwartungen an Arbeit sind so gestiegen, wie die Erwartungen an uns. Nehmen Sie sich die Zeit, sich ihre Erwartungen bewusst zu machen und zu sehen, ob sie erfüllt sind.

Für Arbeitgeber gilt das auch: sich die Erwartungshaltung, die Wertvorstellungen und die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter und potentiellen Mitarbeiter bewusst zu machen, ist heute unabdingbar für gute Personalpolitik. Gutes Gelingen dabei!

*das Buch „Arbeitskultur 2020 - Herausforderungen und Best Practices der Arbeitswelt der Zukunft"“ von Widuckel, deMolina, Ringlstetter und Frey, jüngst erschienen im SpringerGabler Verlag ist absolut lesenswert

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