Heidi Stopper BLOG STOPPER coaching & beratung · Mittwoch, 04 Mai 2016 · www.stopper-coaching.de

In vielen Coachings wird sichtbar, wie stark wir uns in unserer inneren Freiheit bisweilen einschränken und wie schnell und zunächst unbemerkt das passieren kann..  Was schleichend und harmlos beginnt, endet aber oft ganz ungut.

Ich habe gerade 2 Beispiele meiner Klienten, die das sehr illustrieren:

Erst gestern hatte ich wieder einen längeren Termin mit einer Topführungskraft, die aus dem eigenen Werdegang berichtet hat. Von Natur aus eigentlich mit Selbstbewusstsein ausgestattet und auch mit einem kritischen Geist, erzählte die Person, wie sie  ganz schwach und krank wurde und sich fast nicht mehr wiedererkannte. 

Vorausgegangen war ein unbewusster Prozess: Nach der Übernahme einer neuen Aufgabe in einem Konzern auf der Ebene unter dem Vorstand war es seine Aufgabe einen Unternehmensbereich ganz neu aufzustellen - strategisch und operativ. Mit Elan, wenig Naivität und viel Erfahrung und Energie ging er ans Werk. Natürlich war ihm klar, dass da großer Gegenwind aus der eigenen Organisation kommt. Und wie der kam! Dazu kamen auch Schüsse und Querschläger von anderen Konzernteilen, die kein Interesse hatten, dass der neue Erfolg hat und die anderen unter Handlungsdruck bringt. Nichts Unerwartetes, aber in der Summe dann doch so gewaltig, dass die Topführungskraft anfing, sich an der ein und anderen Stelle anzupassen, zu verbiegen, um mehr Ruhe zu bekommen und nicht an allen Fronten kämpfen zu müssen.

Leider kam aber nicht Ruhe oder Erfolg sondern eine Herzkrankheit, die ihn zu einigen Wochen Auszeit zwang. 

In diesen Wochen hat sich der Topmanager nicht nur wieder erholt sondern auch erkannt, wie sehr er sich selbst verloren, seine innere Freiheit verloren hatte und sich über die Reaktion von Anderen identifiziert hat. Der Druck zur Anpassung war für ihn so stark geworden, dass er, obwohl er früher schon ähnliche Herausforderung erfolgreich gemeistert hat, sich zu viel anzupassen versuchte. Vieles davon lief unbewusst ab.

Kein Wunder, dass er heute in einer anderen Firma arbeitet auf einer Position, in der er sich treu bleiben kann.  Er hat dadurch gelernt, wie wichtig es ist, sich treu zu bleiben und dadurch innerlich frei zu sein, für sich die richtigen Entscheidungen zu treffen. 

 

Als weiteres Beispiel gibt es da den Vorstand, hochdotiert und außergewöhnlich erfolgreich, der eigentlich schon seit Jahren aufhören will, aber Angst vor der Bedeutungslosigkeit hat. Durch die vielen Jahre in sichtbaren Toppositionen ist schleichend passiert, dass er sich über die Aussenwirkung und seine Machtposition identifiziert hat.  Jetzt versucht er sich der Thematik zu stellen, um für sich die Weichen in die Zukunft gut stellen zu können. Keine einfache Aufgabe.

 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, innerlich frei zu bleben und wie schwer das ist. Ich bin sehr froh, dass ich in meiner Karriere freie Entscheidungen treffen konnte und habe aber auch erfahren, wie schnell die innere Freiheit verloren gehen kann.

Bewahre deine innere Freiheit ganz aktiv. Reflektiere regelmäßig, wo du stehst, wie frei du bist und stelle die Weichen proaktiv! Viel Erfolg dabei.

 

 

 

 

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